Geschichte

Im Jahr 1873 gründete der Schlosser- und Goldschmiedemeister Jakob Bengel sein Unternehmen, um Ketten für Taschenuhren zu produzieren. Dank mechanischer Fertigung konnte kostengünstig produziert werden, sodass europäische Märkte schnell erobert wurden. Der damals wichtigste Markt war Frankreich. Vor allem in Paris zeigte man sich begeistert von Bengels traditionell-historischem Modeschmuck-Design.
Bengels Katalog genannt „Musterbuch“ – das heute im Original im Bengel Museum zu sehen ist – wurde in der Zeit von 1924 bis 1939 zusammengestellt und zeigt Entwürfe, die den Pariser Geschmack, den Designstil des Art Déco und den des Bauhaus miteinander vereinen. Die Schmuckstücke charakterisierten sich damals durch die Kombination von Ketten aus Messing und verschiedenen geometrischen Elementen aus farbigem Galalith.
Genau diese Höchstleistung Jakob Bengels, in Bezug auf das Design und auf der handwerklichen Seite, traf den Geschmack der modernen Frau, und genau das machte das Unternehmen und seinen Schmuck weltweit so erfolgreich.
Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges wurde die Verarbeitung von Galalith in der Schmuckherstellung verboten, um das Rohstoffaufkommen effizient einzusparen. Damit musste die Produktion des Bengel Schmucks vorerst eingestellt werden, sodass man sich stattdessen auf die Herstellung von Militärabzeichen konzentrierte. Aber schon nach dem Krieg wurde die Produktion von Modeschmuck wieder aufgenommen.
Doch der Zauber um Bengels Modeschmuck schien verloren gegangen – die Produktion in Billiglohnländern machte es dem deutschen Unternehmen schwer, weiterhin den Markt mitzubestimmen. Die Verkaufszahlen gingen zurück, die dann mit der Wirtschaftskrise 1993 völlig einbrachen, was schließlich zur Einstellung der Schmuckherstellung Bengels führte. Lediglich Ketten wurden auf geringer Auslastung weiter produziert.
Bemerkenswert bleibt allerdings, dass das Familienunternehmen nie Konkurs ging. Die Enkelin Jakob Bengels, Christel Braun und ihr Mann Karl-Dieter bewahren noch heute die historischen Schätze und haben das Fabrikgebäude an die Jakob-Bengel-Stiftung übergeben. Diese sorgt für den Erhalt und die Restaurierung der alten Fabrik in Idar-Oberstein, die heute ihre Türen für Museumsbesucher täglich geöffnet hat.
Die Stiftung hat uns nun die exklusive Lizenz erteilt, jegliche Designs, Kollektionen und Originalwerkzeuge zu nutzen und damit die weltbekannte Marke Jakob Bengel wieder aufleben zu lassen.
Noch mehr Informationen zur mittlerweile über 140-jährigen Geschichte des Traditionsunternehmens Bengel finden Sie unter www.jakob-bengel.de